Die Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast

Die Ortsgruppe Marktschorgast der Wasserwacht ist eine der größten und aktivsten Wasserwacht-Ortsgruppen in der Kreis-Wasserwacht Kulmbach und wurde 1959 gegründet.

Die Mitgliederzahl von über 180 in einem Ort von gerade einmal ca. 1600 Einwohnern ist beachtlich (d.h. mehr als jeder zehnte Marktschorgaster gehört zur Wasserwacht), aber davon sind auch noch ca. 50 tatsächlich aktiv, d.h. ca. 30%. Das ist weit mehr, als die meisten anderen Vereine von sich behaupten können.

Dienst an der Gemeinschaft

Der Goldbergsee ist unbestritten die Hauptattraktion in Marktschorgast: Ein idyllischer Natursee mit Schwimmbadbetrieb.

Jahr für Jahr finden sich immer wieder für die gesamte Badesaison (Christi Himmelfahrt bis Anfang September) freiwillige Rettungsschwimmer der Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast, die am Wochenende unentgeltlich Dienst am Goldbergsee verrichten.

52 Jahre Wachdienst am Goldbergsee

Erst seit 2012 gibt es am Goldbergsee eine hauptamtliche Bademeisterin.

Für 52 Jahre, von 1959 bis 2011, war ein Schwimmbadbetrieb am Goldbergsee nur möglich, weil all diese Jahre die Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast den Wachdienst (die Badeaufsicht) versah und so für Sicherheit sorgte.

Jahr für Jahr fanden sich immer wieder für die gesamte Badesaison (Christi Himmelfahrt bis Anfang September) freiwillige Rettungsschwimmer der Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast, die eine ganze Woche ihres Jahresurlaubs opferten und für diese Woche diese Verantwortung übernahmen - sieben Tage lang (am Stück!), zehn Stunden pro Tag (9:00 - 19:00).

Dieser Wachhabende erfuhr meistens Unterstützung durch andere aktive Rettungsschwimmer (d.h. er mußte nicht alleine 70 Stunden in der Woche am See sitzen und aufpassen), aber darauf verlassen konnte er sich nicht, und die Verantwortung trug in jedem Fall er.

Durch immer stärkere Auflagen der zuständigen Aufsichtsbehörden wurde es aber schließlich notwendig, daß die Marktgemeinde Marktschorgast eine Bademeisterin in Vollzeit und (je nach Wetter in der Badesaison) zumindest eine Aushilfskraft anstellen mußte. Die Wasserwacht unterstützt die Bademeister nach Kräften; am Wochenende (Freitag ab Mittag, Samstag und Sonntag ganztägig) sind immer mehrere unserer Aktiven am Goldbergsee, unter der Woche die, die es zeitlich möglich machen können.

So trägt die Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast wesentlich dazu bei, den Badebetrieb am Goldbergsee in dieser Form zu ermöglichen.

Die Unfallstatistik

Wirklich schwerwiegende Badeunfälle sind am Goldbergsee völlig unbekannt - obwohl der See an sich eigentlich durchaus das Potential dazu hätte: Ringsum von steilen Felswänden umgeben, gibt es nur ganz vorne und ganz hinten einen Ausgang, und das Wasser ist überall (bis auf die Eingangstreppe) so tief, daß man nicht stehen kann.

Die steilen Felsen laden zu halsbrecherischen (und genau deshalb strikt verbotenen) Sprüngen ein. Die drei Baumstämme im See bieten zwar eine Menge Möglichkeiten für Spaß für jung und alt, können aber bei Unachtsamkeit auch zu Gefahrensituationen ("Holz-Torpedo") führen.

Wir können und wollen nicht alles regulieren, und wir wollen auch den Spaß am See nicht unnötig einschränken. Also müssen unsere diensthabenden Rettungsschwimmer immer die richtige Mischung aus vorausschauender Sicherheit und Badespaß finden: Es ist allemal besser, Unfälle von vorneherein zu vermeiden, als hinterher kunstfertig Verbände zu wickeln - oder geübte Wiederbelebungsmaßnahmen in der Praxis anwenden zu müssen.

Wir sind stolz darauf, daß uns das bisher immer so gut gelungen ist, und wir tun unser Bestes, damit das auch so bleibt.

Die große Masse der Erste-Hilfe-Leistungen, die die Statistik unserer Rettungsstation am Goldbersee Jahr für Jahr verbucht, sind eher die kleinen als die großen Katastrophen: Wespenstiche, Pflaster für den gestoßenen Zeh (merke: auch bröckeliger Goldbergfels ist durchaus wesentlich härter als ein Kinderzeh) und ab und zu (eher selten) eben auch einmal einen größeren Verband für unverbesserliche Felsenkletterer - das ist an ausgewiesenen Klettersteigen viel eher zu empfehlen als barfuß und nur mit mit Badehose am Goldbergsee.

Aber auch für diese kleinen Wehwehchen stehen wir natürlich zur Verfügung, und auch, um Streits zu schlichten zwischen den Kleinen und den noch Kleineren im Kinderbecken.

Qualifikation

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist ein hoher Ausbildungsstand nötig. Diesen erreichen und erhalten wir durch ständiges Training - im Sommer in und an unserer Rettungsstation am Goldbergsee, im Winter im Hallenbad im 5 km entfernten Gefrees.

Dazu kommen noch weiterführende Kurse der Wasserwacht oder des Roten Kreuzes allgemein, die immer wieder einzelne unserer Aktiven mitmachen, so z.B. Erste-Hilfe-Ausbilder, Sanitätskurs, Wasserrettungsausbilder und viele mehr.

Sommertraining

(Jeden Dienstag im Sommer am Goldbergsee ab 19:30, für die Jugendgruppe ab 19:00)

Wintertraining

(Im Winter vierzehntäglich im Hallenbad im 5 km entfernten Gefrees jeweils Freitags, Abfahrt 19:30 gegenüber Rathaus Marktschorgast)

Das Wintertraining ist ausgefüllt damit, die Deutschen Rettungsschwimmabzeichen abzulegen, die wir uns selbst als Maßstab gesetzt haben: Intern setzen wir mindestens das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber für den Wachdienst am Goldbergsee voraus.

Leider hat das Präsidium des Bayerischen Roten Kreuzes in seiner unendlichen Weisheit vor etlichen Jahren beschlossen, daß dieses Abzeichen jährlich zu wiederholen ist, so daß für etwas anderes beim Wintertraining kaum Zeit bleibt - nur alleine diese Scheine abzulegen (geschweigedenn darauf zu trainieren) füllt die verfügbare Zeit voll aus.

Erste-Hilfe-Kurse

Jedes zweite Jahr führen wir Erste-Hilfe-Kurse durch - in der Regel für die Allgemeinheit, nicht nur für Wasserwacht-Mitglieder. Dabei handelt es sich grundsätzlich um den "großen" Erste-Hilfe-Kurs von acht Doppelstunden, nicht um die "Sofortmaßnahmen am Unfallort". Wir sind der festen Überzeugung, daß jedermann ab und zu, zumindest aber einmal im Leben einen solchen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben sollte, um im Ernstfall anderen helfen zu können.

Rettungstaucher

Einige unserer Rettungsschwimmer haben es auch auf sich genommen, zusätzlich zu ihrem privaten Tauchschein die Qualifikation zum Wasserwacht-Rettungstaucher zu erwerben - ein Aufwand, der seinesgleichen an Umständlichkeit und Bürokratie sucht.

Man wird den Eindruck nicht los, daß sich immer wieder Präsidiumsmitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes damit zu profilieren versuchen, diese Art von Ausbildung immer noch aufwendiger und damit umständlicher zu machen.

Es ist nämlich nicht nur aufwendig, diese Scheine zu erwerben, sondern sie müssen auch immer wieder wiederholt werden. Das trägt nicht zur Motivation der Aktiven bei, die dies natürlich neben ihrem Beruf und ihrer sonstigen Wasserwacht-Aktivitäten auch noch zusätzlich tun müssen - immer wieder.

Das hatte in den vergangenen Jahrzehnten den Effekt, daß von früher (jahrzehntelang!) durchschnittlich 10-12 gültigen Wasserwacht-Tauchscheinen in der Wasserwacht Ortsgruppe Marktschorgast nur noch ganze drei übrig sind - die anderen Taucher hatten irgendwann den ständigen Aufwand dafür einfach satt. Die meisten davon tauchen durchaus noch privat, aber eben nicht mehr für die Wasserwacht. Ob das wohl im Sinn der Urheber dieser ständig verschärften Ausbildungsvorschriften der Wasserwacht ist?

Naturschutz

Den Goldbergsee in seiner Schönheit zu erhalten, ist uns ein ernstes Anliegen, und dafür setzen wir uns aktiv ein.

Dazu gehören einmal Naturschutzstreifen durch das weitläufige Gelände, das zum Goldbergsee gehört - einschließlich dem angeschlossenen Zeltplatz. Oft genug reicht es aus, einfach präsent zu sein, um wilde Müllablagerungen oder wilde Feuerstellen (Waldbrandgefahr!) von vorneherein zu vermeiden. Manchmal sind auch ermahnende Worte nötig; ganz selten muß mit polizeilicher Anzeige gedroht werden.

Aber natürlich hilft das nichts, wenn der Schaden schon verursacht ist. Also nehmen wir es oft genug auf uns, diesen unbürokratisch einfach selber zu beseitigen, und führen immer wieder Müllsammlungen durch - immer wieder während der Badesaison, und in größerem Stil einmal im Frühjahr und einmal im Herbst bei unserem jeweiligen Arbeitseinsatz: Es ist immer wieder erschreckend, wieviele Säcke Müll sich alleine um den Goldbergsee herum (und auch darin) ansammeln.

Wo sich andere immer wieder medienwirksam in Szene setzen, tun wir einfach die Arbeit - von der Öffentlichkeit meist unbemerkt. Wir tun es ja nicht, um damit anzugeben, sondern weil es getan werden muß, und weil es sonst einfach niemand tut.

Jugendarbeit

Ein Verein lebt und stirbt mit seinem Nachwuchs - das ist auch bei uns nicht anders. Das ist für uns ein Grund (aber natürlich nicht der einzige) für aktive Jugendarbeit: Wir haben eine recht große Jugendgruppe, um die wir uns auch sehr bemühen.

Wo immer möglich, wird die Jugendgruppe in die Gemeinschaft miteinbezogen. Auch unsere Jüngsten bekommen die Möglichkeit, Verantwortung mitzuübernehmen - ob es nun beim Wachdienst am See ist (natürlich nicht alleine), bei Erste-Hilfe-Leistungen an unserer Erste-Hilfe-Station am Goldbergsee oder bei der Mitarbeit bei Festlichkeiten zur Mittelbeschaffung.

Natürlich bieten wir auch Aktivitäten speziell für die Jugendgruppe - so zum Beispiel unser alljährliches Jugendzeltlager über Pfingsten oder eine Schnitzeljagd durch Wald und Flur um Marktschorgast herum oder Wanderungen zum Eisessen nach Bad Berneck (5 km) oder zur Wasserrutsche nach Wirsberg (5 km) oder Fahrten zu Eis- oder Schwimmbad-Disco nach Kulmbach.

Wanderung ins Waldschwimmbad Wirsberg mit Wasserrutsche

Wir wissen, daß neben aller ehrenamtlichen Tätigkeit und Arbeit für die Gemeinschaft auch der Spaß nicht zu kurz kommen darf - das gilt für groß wie für klein.